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Nachdenken über sozial gerechte Verteilung von Mangelware

Die Debatten um Gas- und Öllieferungen bzw. Einstellung der Lieferungen aus Russland und die daraus entstehenden Folgen werden seit Wochen intensiv geführt.

Bringt es uns tatsächlich weiter, den aktuellen kriegführenden Ressourcenlieferant, durch einen anderen auszutauschen? Statt uns das Gas billig aus Russland per Pipeline zu holen, setzen wir nun auf Gaslieferungen aus Katar und aus den USA. Frackinggas und LNG. Und dann? Was, wenn 2024 in den USA wieder Donald Trump gewählt werden wird, der mit schnellen Federstrichen seine persönliche neue Weltordnung zeichnen wird? Sollte stattdessen nicht alles unternommen werden, diesen Abschied von hochriskanten alten Abhängigkeiten nicht durch klimapolitisch und auf menschenrechtlicher Basis fragile neue Abhängigkeiten zu ersetzen?

Der schleichende (oder gezielte?) Ausverkauf der Solidarität

„Ich glaube fest daran, dass wir diese Aufgabe bestehen, wenn wirklich alle Bürgerinnen und Bürger sie als IHRE Aufgabe begreifen. Deswegen lassen Sie mich sagen: Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst. Seit der Deutschen Einheit, nein, seit dem Zweiten Weltkrieg gab es keine Herausforderung an unser Land mehr, bei der es so sehr auf unser gemeinsames solidarisches Handeln ankommt.

Es war der 18. März 2020. Wenige Tage nach Verkündung des ersten Corona-Pandemie Lockdowns. In der Zeit der ersten großen allgemeinen Verunsicherung, der Zeit, in der sich der bis dahin gelebte Alltag auf den Kopf und auch in Frage stellte und stellen ließ. An diesem Tag hielt Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre mahnende Rede an die Nation. Auf unser gemeinsames solidarisches Handeln würde es jetzt ankommen, so die Kanzlerin an jenem18. März.

Internationaler Tag der Verschwundenen

Omar Garcia bei der Migranten Karawane in Italien

Ein Paar Gedanken zum internationalen Tag der Verschwundenen am 30. August 2020

Von der Straße weg entführt, zu Hause abgeholt, während einer Demonstration festgenommen. Wahrscheinlich gefoltert. Keine Angaben über den Verbleib. Für immer verschwunden?

Corona bringt Licht ins Dunkel der Fleischproduktion

Tierschützer vorm Schlachthof in Kellinghusen Aug. 2018

bisher unveröffentlicht v. 8. Juli 2020

Nun ist es amtlich und seit Mai 2020 in aller Munde: Schlachthöfe sind Covid-19 Infektionsherde und die Arbeitsbedingungen in den Schlachthöfen sind prekär. Redaktionen aller möglichen Medien schicken ihre Journalist*innen „ins Feld“. Sie suchen händeringend rumänische Werkvertragsarbeitende für Interviews.

Schlachthof Besetzung - 2019
(c) Kalle Staymann

Auf der Strecke bleibt der Mensch

veröffentlicht Juli 2020

Der Schlachthof und das Leben

Wieder einmal stinkt es. Nicht nur ein bisschen. Es ist kein Geruch, der schnell verfliegt. Kein schlechtes Lüftchen. Nein, es stinkt und sitzt in meiner Nase fest. Auch wenn ich noch so schnell in die Pedale trete, muss ich den Gestank erstmal ertragen. Schnelles Entkommen geht nicht.

OFFENER BRIEF an Bundeskanzlerin Merkel

22. September 2019

Sehr geehrte Frau Merkel, Frau Bundeskanzlerin,
der 20. September hätte Ihr großer Tag werden können. Ein Tag, an dem Sie neue Zeichen hätten setzen können. Ein Tag für die Geschichtsbücher. Ein Tag, an dem sich die Politik freigeschwommen hätte von den Lobbyinteressen der großen Industrien. Ein Wendepunkt, an dem sich die deutsche Politik mit Ihnen als Kanzlerin zu klaren, unmittelbar notwendigen, wirkungsvollen Maßnahmen entschieden hätte. Was hat Sie daran gehindert?

Der Mensch

15. August 2019

und das Wissen um das Sein, um die Welt – um den Menschen
Der Mensch als solcher, als Spezie, begreift sich als das schlauste Lebewesen dieses Planeten, mit der Fähigkeit zu denken ausgestattet, sieht er sich als erhaben gegenüber der Tier- und Pflanzenwelt. Der Mensch also, das denkende Wesen. Ein Wesen, das im Laufe der Jahrtausende andauernden Evolution diverse Entwicklungsetappen durchlaufen konnte, immer neue Hilfsmittel für dieses Leben auf der Erde entwickelte, anfangs aus der puren Notwendigkeit zu überleben, dann um besser zu leben.

Gedanken einer Sechsundsechzigjährigen

13. Juli 2019

Haben wir’s verkackt? Dreieinhalb Worte und ein Fragezeichen. Nicht viel und doch geht’s ums Ganze. Haben wir’s verkackt? Wenn wir die existenziellen Kritiken und Forderungen der Schülerinnen und Schüler der Friday for Future Bewegung nicht nur wohlwollend beklatschen, sondern in ihren Inhalten ernst nehmen, können wir uns eigentlich vor dieser Frage nicht wegducken.