Aktuelles

Migration: Als käme man von A nach B

(c) Erika Harzer 12.2004 Migranten klettern auf offene Kieswaggons (la bestia)

© Erika Harzer 12.2004

ZEIT ONLINE - 10 nach 8 | 7.5.2021

von Erika Harzer

Die großen globalen Fluchtrouten haben Namen, heißen Balkanroute oder Mexikoroute. So als ob sie normale Fortbewegung zuließen und nicht allzu oft nur ins Elend führten.

Zur Jahrtausendwende wurde ich als Expertin in ein EU-Projekt nach Honduras "entsandt". Seitdem beschäftige ich mich mit Migrationsbewegungen aus Honduras, Guatemala und El Salvador in die USA. Diese Erfahrung prägt mich bis heute...

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Cato Bontjes van Beek

Archiv Saskia Bontjes van Beek Cato Bontjes van Beek 1941
© Archiv Saskia Bontjes van Beek - Cato Bontjes van Beek, 1941

SWR2 Leben | 7.5.2021 um 15:05 Uhr

WDR 5 Neugier genügt | 10.5.2021 in der Sendung von 10.04 - 12.00 Uhr

Eine Widerstandskämpferin und ihre heutige Bedeutung

Von Erika Harzer und Kalle Staymann

Neben Sophie Scholl von der Weißen Rose sind bundesweit nur wenige junge Frauen bekannt, die sich gegen den Faschismus wehrten. Die 22-jährige Cato Bontjes van Beek wurde 1943 in Berlin Plötzensee hingerichtet.

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Der Schlachthof

©Erika Harzer - Anlieferung der Schweine zum Schlachthof

SWR2 Leben | 15.2.2021 um 15:05 Uhr

Eine persönliche Auseinandersetzung

Von Erika Harzer und Kalle Staymann

Der Schlachthof liegt in einer Kleinstadt in Norddeutschland. Mehr als 4000 Schweine werden hier täglich geschlachtet. Vor Jahren war es ein kleiner Schlachtbetrieb mit festangestellten Mitarbeitern und überschaubaren Schlachtzahlen.

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Sie gehörte zu den großen Menschenrechtsverteidigerinnen in Honduras, eine die schon seit Ewigkeiten trotz massiver Drohungen, weiter für die Rechte der Lencas sich einsetzte und nicht ins Exil ging, was viele ihr anrieten. Una luchadora - eine Kämpferin! Sie dachte, durch ihren großen internationalen Bekanntheitsgrad und die internationalen Menschenrechtsauszeichnungen, die sie im Laufe der Jahre erhielt, dass böte ihr Schutz. Sie hat sich getäuscht. Schmerzhaft, endgültig getäuscht. Heute Nacht wurde sie umgebracht. Ein furchtbares Zeichen, was ihre Mörder damit zu setzen suchen.

Sie hatte es befürchtet und wieder und wieder von den Bedrohungen gesprochen, die sie und ihre Mitstreiter*innen erhielten. Berta Cáceres, Mitte Vierzig und Anführerin der indigenen Organisation COPINH im westlichen Hochland von Honduras. Sie wusste, mit den Drohungen ist nicht zu spaßen. Schon mehrere ihrer Mitstreiter*innen wurden in den letzten Jahren umgebracht. Morde, durchgeführt von Auftragskillern oder auch von Sicherheitskräften in Auseinandersetzungen mit sozialen Bewegungen sind nicht unbedingt außergewöhnlich in Honduras. Es ist eines der Länder ganz oben aufgeführt in der Liste der hohen Mordraten weltweit. Es ist eines der Länder, in denen Straffreiheit zum alltäglichen Leben gehört. Es ist eines der Länder, in denen das Leben nicht wirklich viel wert ist. Berta Cáceres wusste das. Und sie wusste, dass sie auf der Liste stand. Der Liste derjenigen, die sogenannte „sicarios“, Auftragskiller losschicken, wenn ihnen Leute für die Umsetzung ihre Ziele im Weg stehen. Geltendes Recht spielt keine Rolle. Auch das Berta Cáceres eigentlich unter dem Schutz der Sicherheitskräfte stehen sollte, medidas cautelares - Schutz- oder Vorsorgemaßnahmen angeordnet vom Interamerikanischen Gerichtshof in Washington spielt in Honduras keine Rolle, wenn die Sicarios anrücken, wenn deren Auftrag läuft. Dann zählt nur noch der Tod des Zielopfers. In dieser Nacht vom 2.auf den 3 März war Berta das Zielopfer. Unbekannte bewaffnete drangen nach Mitternacht in ihre Wohnung ein und beendeten das Leben einer außergewöhnlichen Frau.

Zuletzt erhielt Berta Cáceres im Frühsommer 2015 in San Francisco den Goldman Umwelt Preis verliehen. Für ihr Engagement als Anführerin der Lenca Organisation COPINH. Und vor Allem für ihren hochgefährlichen Einsatz mit COPINH gegen den Bau des Staudammgroßprojektes Agua Zarca eines internationalen Konsortiums in der Region Rio Blanco auf Lenca Gemeindeland. Trotz massiver Repression, trotz mehrerer Toter im Verlauf des Widerstands, wehrt sich die in COPINH organisierte Lenca Bevölkerung seit Jahren gegen den Bau des Staudamms.

Doch das Betreiberunternehmen DESA hält weiterhin an diesem Staudammprojekt fest. Und trotz zahlreicher Menschenrechtsverletzungen und offener Briefe seitens internationaler und honduranischer Menschenrechtsgruppen, beteiligt sich das deutsche Unternehmen Siemens über ein Joint Venture mit Voith Hydro an diesem Agua Zarca Staudammprojekt. Außerdem erhält die Betreiberfirma eine Finanzierung der holländischen Entwicklungsbank FMO und der finnischen Bank FinnFund, obwohl sie über die Menschenrechtsverletzungen im Zuge des Projektes informiert worden waren.

Erst vergangene Woche sprach Berta Cáceres vor der Presse von weiteren Morden an Lencas. Und von Vertreibungsmaßnahmen.

Ihre Stimme war die Stimme dieser Widerstandsbewegung, die Stimme einer mutigen Frau, die für sich entschieden hat, trotz aller Drohungen auch gegen ihre Person, die Lencas in ihren widerständischen Aktionen zu unterstützen und durch ihre Arbeit auch international bekannt zu machen.

Dafür wurde Berta Cáceres in der Nacht zum 3. März erschossen.

 

Erika Harzer und Jutta Blume, 3.3.2016

filme

Der Geist ruft aus der Ferne

Ekeko 870x335

Ein Film von Rainer Hoffmann u. Erika Harzer

Dienstag, 14.5.2019, 18.00 h im Ibero/Amerikanischen Institut Berlin, Simón-Bolívar-Saal
Film und Gespräch mit den Regisseur*innen

Das 19. Jahrhundert mit seiner Kolonialpolitik prägt auch das Bild der Schweiz. Entdecker, Naturforscher und Geschäftsleute erobern neue Welten in Übersee. Sie bringen Kakao, Baumwolle und exotische Pflanzen in die Alte Welt. Unter den mitgebrachten Kolonialwaren befinden sich auch Kulturschätze aus vorchristlichen Zeiten.

 

Das Terrassenwunder von Peru

ARTE - 360° - GEO Reportage
Ein Film von Erika Harzer u. Kalle Staymann
Kamera: Thomas Keller
Erstausstrahlung: Oktober 2015

Aktuelle Sendetermine

17.2.2020 um 10.30 Uhr

Im Hochland von Peru, 140 Kilometer von Lima entfernt, sprudelt der Río Cañete mit unerschöpflich anmutendem Wasserreichtum durchs Tal. An seiner Mündung öffnet sich eine riesige, kaum bekannte Terrassenlandschaft: Jahrtausendealt, offensichtlich als Kornkammer uralter Vor-Inka-Völker über Hunderte Höhenmeter in den Berg eingearbeitet.

 

Raus aus der Abhängigkeit

INKOTA Netzwerk
Regie: Erika Harzer
Juli 2014

Die starken Frauen von Xochilt Acalt

Weitere Informationen über das Frauenzentrum Xochilt Acalt [hier...]

radio features

Cato Bontjes van Beek

Archiv Saskia Bontjes van Beek Cato Bontjes van Beek 1941
© Archiv Saskia Bontjes van Beek - Cato Bontjes van Beek, 1941

SWR2 Leben | 7.5.2021 um 15:05 Uhr

WDR 5 Neugier genügt | 10.5.2021 in der Sendung von 10.04 - 12.00 Uhr

Eine Widerstandskämpferin und ihre heutige Bedeutung

Von Erika Harzer und Kalle Staymann

Neben Sophie Scholl von der Weißen Rose sind bundesweit nur wenige junge Frauen bekannt, die sich gegen den Faschismus wehrten. Die 22-jährige Cato Bontjes van Beek wurde 1943 in Berlin Plötzensee hingerichtet.

 

Der Schlachthof

©Erika Harzer - Anlieferung der Schweine zum Schlachthof

SWR2 Leben | 15.2.2021 um 15:05 Uhr

Eine persönliche Auseinandersetzung

Von Erika Harzer und Kalle Staymann

Der Schlachthof liegt in einer Kleinstadt in Norddeutschland. Mehr als 4000 Schweine werden hier täglich geschlachtet. Vor Jahren war es ein kleiner Schlachtbetrieb mit festangestellten Mitarbeitern und überschaubaren Schlachtzahlen.

 

Ciudad Juarez in Mexiko

Ciudad Juarez Altstadt Graffitis fuer ermordete Frauen 1170x450

DLF Kultur | 9.9.2020 um 18:30 Uhr - Weltzeit

Eine Stadt und ihre Mörder

Von Kathrin Zeiske und Erika Harzer

Das Image der Grenzstadt Ciudad Juarez im Norden Mexikos könnte schlechter nicht sein: Brutale Serienmorde an Frauen haben die Stadt international bekannt gemacht.

printmedien

Migration: Als käme man von A nach B

(c) Erika Harzer 12.2004 Migranten klettern auf offene Kieswaggons (la bestia)

© Erika Harzer 12.2004

ZEIT ONLINE - 10 nach 8 | 7.5.2021

von Erika Harzer

Die großen globalen Fluchtrouten haben Namen, heißen Balkanroute oder Mexikoroute. So als ob sie normale Fortbewegung zuließen und nicht allzu oft nur ins Elend führten.

Zur Jahrtausendwende wurde ich als Expertin in ein EU-Projekt nach Honduras "entsandt". Seitdem beschäftige ich mich mit Migrationsbewegungen aus Honduras, Guatemala und El Salvador in die USA. Diese Erfahrung prägt mich bis heute...

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Es fehlt jede Spur

Image Strassenblockade der Garifunas in Triunfo de la Cruz

Erstveröffentlichung: Amnesty Journal 4.1.2021 (Foto: OFRANEH)

Repression und Widerstand an der honduranischen Karibikküste

Im Juli 2020 wurden Landrechtsaktivisten entführt, die seitdem verschwunden sind. Nicht zum ersten Mal trifft es die indigene Bevölkerungsgruppe der Garífuna. Wenn er zu den Ereignissen vom 18. Juli in seinem Heimatort El Triunfo de la Cruz befragt wird, hat Cesar Benedith eine klare Antwort: "Es war eine perfekt vorbereitete Aktion."

 

Wenn Kinder nur noch weg wollen

 1411 karawane bahngleise chontalpa

Der mittelamerikanische Exodus

Von Erika Harzer 2015 – Vorlage für Radiofeature für BR / DLF /WDR

Rede Barack Obama vom 9.7.2014

Wir stellen hier zwei Dinge fest: Erstens, die Zunahme von unbegleiteten Kindern und Eltern mit Kindern, die über die Grenze am Rio Grande kommen. Zweitens, dass diese Menschen sich nicht vor unseren Grenzschutzbeamten verstecken. Wir verhaften Sie in großer Anzahl.

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