Täglich wächst die Zahl der Mitlaufenden in der mittelamerikanischen Karawane der Verzweifelten. 7.500 Menschen sollen es am 23.Oktober sein. Trotz rumpelstilzartiger Tobsuchtsanfälle des US-Präsidenten Trump via Twitter, trotz der Androhung militärischer Aufrüstung an der Grenze und auch der bereits stattgefundenen Konfrontationen. All dies schreckt die Teilnehmenden nicht ab, hält sie nicht auf, diesen Weg weiter zu gehen. Täglich werden sie mehr und sie demonstrieren entschlossen, dass sie sich von den Grenzzäunen nicht aufhalten lassen. Rund 2000 Menschen starteten am 13. Oktober in San Pedro Sula, der Industriemetropole im Norden von Honduras. 10 Tage später sind es mehr als dreimal so viele.

Omar Garcia bei der Migranten Karawane in Italien

Die Nachrichten wiederholen sich. Leicht verändert an Zahlen und geographischer Zuordnung. Doch sie erzählen immer wieder von gleichen Ereignissen. Von überfüllten Booten, mal Schlauchboote, mal alte, eigentlich seeuntüchtige Fischerboote oder selbst zusammengebaute bootsähnliche Gebilde, die in Seenot geraten, die kentern und ihre Ladungen ins Mittelmeer werfen. Menschenladungen. Manchmal haben die Menschen auf den Booten Glück, können rechtzeitig Hilferufe absetzen und Rettungsboote befinden sich in ihrer Nähe, sind in kürzester Zeit am Ort des Geschehens. Können retten. Manchmal alle, manchmal eine große Anzahl, manchmal nur noch wenige. Daraus werden Meldungen, die in Nachrichten oder Agenturdepeschen die in der von den Ertrunkenen und Geretteten zu erreichen gesuchter Welt verkündet werden. Nur deswegen wissen wir von diesen Bildern, von diesen Dramen. Wieder ein Schlauchboot, wieder ein alter Kutter, wieder 10 oder 60 oder 100 oder 750 Menschen vom Meer verschluckt. Wieder und wieder. Sie dringen in unsere Räume, in unsere Welten. Diese Zahlen. Diese Bilder. Vom Untergang.

Wenn Kinder nur noch weg wollen – Der mittelamerikanische Exodus

Für dieses 55 Minuten andauernde Radiofeature war ich im November und Dezember 2014 in Mexiko, Guatemala und Honduras unterwegs. Es waren mehrere tausend Kilometer Weg, die ich zwischen und in den Ländern gereist bin, um mir die Geschichte der Menschen anzuhören, die in diesem Stück zu Wort kommen sollten. Menschen auf der Flucht, die Familie, Heimat, ihr gewohntes Leben zurück gelassen hatten, die unterwegs waren mit viel Angst und doch auch Hoffnung, mit ihrer Flucht oder ihrem Weggang ein anderes Leben finden zu können.

Nachhören auf BR-Bayern 2 Kultur...

Pepe Mujica
José „Pepe“ Mujica auf Staatsbesuch in Deutschland
von Erika Harzer, Oktober 2011

Ende der Sechziger Jahre gehörte José „Pepe“ Mujica zu den Gründern und Anführern der uruguayischen Stadtguerilla MLN-Tupamaros. Anfang der Siebziger wurde er verhaftet und von den Militärs der uruguayischen Diktatur mit ein paar weiteren Gefangenen zur Staatsgeisel erklärt...
eine Geschichte über das guatemaltekische Polizeiarchiv
von Erika Harzer

Der Himmel ist zugezogen. Züngelnde Blitze künden das Gewitter an. Dann prasselt der Regen auch schon los, laut und heftig und verdunkelt die wenigen noch verbliebenen Stunden des Tageslichts an diesem Nachmittag Mitte April in Guatemala City. Ein Tag wie jeder andere in der guatemaltekischen Hauptstadt. Die Zeitungen sind, wie das Leben selbst, voller Beispiele erfahrener Gewalt und ungelöster politischer Probleme. Ein Auftragskiller wurde festgenommen. Er ist 13 Jahre alt.

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